Logo


Küsteninformationssystem Odermündung


Förderer
Diese Seite auf Deutsch Strona w jezyku polskim This page in English 
Impressionen: Stettiner Haff

Ökologie

Die Odermündungsregion mit dem Stettiner Haff wird wesentlich durch den Zufluss der Oder beeinflusst. Einfluss haben darüber hinaus die Zuflüsse Peenestrom, Swine und Dievenow sowie die Ostsee (Pommersche Bucht). Ein- und Ausstrom in das Stettiner Haff wechseln einander ab, steigen Wasserstand und Windstärke kommt es, in Abhängigkeit von der Windrichtung, vermehrt zum Wasseraustausch zwischen dem Haff und der Pommerschen Bucht.

Salzgehalt

Der Salzgehalt der Pommerschen Bucht beträgt etwa 6 PSU, im Kleinen Haff liegt er bei etwa 2 PSU. Der Salzgehalt zeigt saisonale sowie räumliche Schwankungen. Das Haff weist im Sommer geringere, im Winter besonders in Bodennähe höhere Salzgehalte auf. Dies hängt mit dem erhöhten Wasseraustausch während der Wintermonate zusammen.
Im langjährigen Mittel können Schwankungen des Salzgehaltes zwischen 2,4 PSU im Winter und 0,8 PSU im Sommer auftreten.
Im Süden des Haffs ist bedingt durch den Einfluss der Oder der Salzgehalt geringer als im Norden.

Nährstoffgehalt

Die Küstengewässer werden durch die Oder massiv und vielfältig belastet. Anhaltende Nähr- und Schadstoffeinträge haben eine starke Eutrophierung des Stettiner Haffes zur Folge.
1995 sind aus der Oder etwa 4 922 t Phosphor und 76 973 t Stickstoff ins Haff eingetragen worden. In jüngerer Vergangenheit ist die Tendenz jedoch leicht rückläufig.
Nährstoffreiches Wasser verbleibt durchschnittlich 35- 75 Tage im Settiner Haff bis ein Austausch mit Wasser aus der Pommerschen Bucht stattfindet. Die durchschnittliche Verweildauer des nährstoffreichen Wassers in der Pommerschen Bucht beträgt 8- 10 Tage bevor es zum Austausch mit der Ostsee kommt.
Der Nährstoffgehalt des Stettiner Haffes ist wie der Salzgehalt räumlichen und zeitlichen Schwankungen unterworfen. Die Nährstoffgehalte sind im Winter höher als im Sommer und nehmen von Norden in Richtung Süden zu.

Eutrophierung

Das Einzugsgebiet der Oder ist mit 120 000 km² bezogen auf das Wasservolumen des Stettiner Haffes sehr groß. Aufgrund des eingeschränkten Wasseraustauschvermögens des Haffes mit der Ostsee sind die Folgen der Überdüngung des Oder-Einzugsgebietes im Stettiner Haff deutlich zu spüren. Folgen für das Haff sind neben einem Anstieg der Biomasse, eine verringerte Sichttiefe, ausgeprägte Algenblüten und ein zeitweise auftretender Sauerstoffmangel. Darüber hinaus sind Auswirkungen für den Tourismus zu befürchten.

Die Odermündungsregion als Lebensraum

Aufgrund des geringen Gefälles weist die Oder im Mündungsgebiet nur geringe Fließgeschwindigkeiten auf. In Verbindung mit den Auen und Altarmen der Oder bietet die Odermündungsregion einen vielfältigen und nahezu ungestörten Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Aufgrund der Bedeutung für den Arten-, Biotop- und Habitatschutz ist das Gebiet der Odermündung teilweise unter Schutz gestellt.
Den größten Artenreichtum weisen die Feuchtwiesen an den Unterläufen der großen Flusstalmoorkomplexe (Peene, Uecker) auf. Aber auch die Küstenüberflutungsmoore und Salzgraslandschaften sind wichtige Rückzugsgebiete für zahlreiche speziell angepasste Arten.
Aufgrund der räumlichen Nähe von Oder, dem Haff und der Ostsee überschneiden sich das marine und das limnische System. Im Haff kommen daher sowohl Ostseeformen als auch limnische Einwanderer aus Süßwasserzuflüssen vor.

Umweltdaten aus wissenschaftlichen Projekten

Anhand vorliegender Untersuchungsergebnisse des Monitorings in den Ostseegewässern (BLMP – Bund-Länder-Messprogramm Meeresumwelt), verschiedener Projekte wie GOAP (Greifswalder Bodden und Oderästuar – Austauschprozesse), TRUMP (Transport- und Umsatzprozesse in der Pommerschen Bucht), BASYS (Baltic Sea System Studies) sowie weiteren spezifischen Erfassungen können die Umweltverhältnisse der Gewässer im Odermündungsgebiet dargestellt werden.

Für verschiedene abiotische und biotische Umweltkomponenten sowie Schutzgebiete des Natur- und Artenschutzes sind ausgewählte Inhalte als GIS-Daten und Karten aufbereitet worden. Nachfolgend können die erarbeiteten Karten sowie kurze textliche Erläuterungen des jeweiligen Themas eingesehen werden. Eine individuelle Darstellung kann mit Hilfe des GIS-Tools vorgenommen werden.

Inhalt:

Sedimentart
Sedimentbelastung
Bathymetrie
Typologie
Hydrographie
Wasser – Belastung und Schwebstoffe
Wasser – Trophiestatus
Fischfauna
Lebensraumtypen
Makrozoobenthos
Muscheln - Schadstoffbelastung
Seevögel - Rast- und Nahrungsgebiete
Küstenvögel - Brutgebiete
Natur- und Artenschutzgebiete

 

Hintergrundwissen - Lernmodule

Lernmodul Eutrophierung
Lernmodul Wasserrahmenrichtlinie
Lernmodul Natura2000
Lernmodul Odermündungsegion 
Überdüngung: schlechte Wasserqualität als Bedrohung der ökonomischen Entwicklung Die EG-WRRL: Das wesentliche Mittel zum Gewässermanagement in Europa - auch in der Oderregion NATURA 2000: Das europäische Schutzgebietsnetz: Bedeutung für die Region und Umsetzung der Richtlinie Einführung in die Region: Ökologische, ökonomische und soziale Aspekte

Dokumente